Androgyn ist das Bild, der Körper oder die Figur nicht, weil sie männlich und weiblich ist, sondern weil sie sich der Festlegung entzieht. Androgynität wirkt dort, wo Polaritäten – männlich/weiblich, aktiv/passiv, hart/weich – nicht gegeneinander ausgespielt, sondern ineinander verschoben werden.
in meiner Arbeit verstehe ich Androgynität als ästhetisches Prinzip.
Mich interessiert nicht die Zuordnung von Geschlecht, sondern der Moment dazwischen – dort, wo Eindeutigkeit sich auflöst. Androgyn ist für mich ein Zustand der Offenheit, in dem Gegensätze nicht aufgelöst, sondern gleichzeitig präsent sind. Meine Bilder verweigern klare Zuschreibungen und laden dazu ein, Identität als etwas Bewegliches, Vielschichtiges zu erfahren.
Ich suche bewusst den Zustand zwischen den Polen – dort, wo Formen, Linien und Materialien ihre Eindeutigkeit verlieren. Durch das Zusammenspiel von Aquarell, Tinte und zeichnerischen Eingriffen entsteht ein Bildraum, der sich festen Zuschreibungen entzieht. Identität erscheint darin nicht als festes Bild, sondern als offener Prozess, der sich im Sehen immer wieder neu formt.