Stadt-Ansichten

Arc de Triomphe

nicht als detailgetreue Architekturstudie, sondern als malerisches Zeichen, als Verdichtung von Ort, Geschichte und Erinnerung. Das Monument wirkt massiv und zugleich durchlässig: Konturen lösen sich auf, Farben überlagern sich, als würde der Baukörper weniger aus Stein bestehen als aus Zeit, Licht und Bewegung.

Die Farbigkeit ist kraftvoll und emotional aufgeladen. Warme Gelb- und Rottöne strahlen aus dem Inneren des Bogens und setzen einen deutlichen Kontrast zu den kühlen Blau- und Grautönen des Himmels und der Umgebung. Dieses Wechselspiel erzeugt Spannung: zwischen Tag und Nacht, zwischen Ruhe und urbaner Unruhe, zwischen Beständigkeit und Vergänglichkeit. Die grob gesetzten, sichtbaren Pinselstriche verleihen dem Bild eine rhythmische Struktur und lassen den Stadtraum vibrieren.

Die Straße im Vordergrund ist fragmentiert, perspektivisch gebrochen – ein urbaner Raum, der nicht ordnet, sondern fließt. Realität wird hier nicht abgebildet, sondern interpretiert.

Das Bild zeigt den Arc de Triomphe nicht als nationales Symbol oder historisches Denkmal, sondern als lebendigen Teil der Stadt und als Projektionsfläche innerer Stimmungen.

fiktiv – und doch vertraut

Diese Arbeit zeigt eine fiktive Stadtansicht. Ein fantasiehaftes Gebäude im Vordergrund entpuppt sich bei näherem Hinsehen als stilisierte Frontansicht eines BMW. Architektur und Automobil verschmelzen zu einer einzigen Form.

So entsteht eine imaginierte München-Silhouette: nicht realistisch, sondern gedacht. Industrie, Design und Stadtidentität gehen eine Symbiose ein – München gelesen durch die Formensprache des Automobils.

Diese Stadt ist kein Ort, sondern ein innerer Zustand.

Die Tür verspricht Zugang, doch sie bleibt unbetreten. Die Treppe führt nicht voran, sondern hält inne.
Der Hund steht für das Unverlierbare: Geduld, Treue, Instinkt – er wartet nicht auf jemanden, sondern auf einen Moment der Wahrhaftigkeit.
Auge und Kugel markieren Bewusstsein und Möglichkeit: Sehen ohne Handeln, Potenzial ohne Bewegung.
Das Bild erzählt vom Dazwischen – vom Wissen um einen Übergang und der gleichzeitigen Unfähigkeit, ihn zu vollziehen.

Beide Werke zeigen denselben inneren Ort – einmal erhitzt, einmal abgekühlt.
Die Architektur, die Tür, die Treppe und der wartende Hund bleiben gleich, doch die Farbigkeit verschiebt den Zustand des Erlebens.
In der warmen Fassung ist der Verlust noch spürbar, emotional aufgeladen, fast schmerzhaft präsent. In der kühlen Version tritt Distanz ein: Beobachtung ersetzt Empfindung, Akzeptanz folgt auf das Brennen.
Auge und Kugel stehen in beiden Bildern für Bewusstsein und Möglichkeit – einmal als offene Spannung, einmal als ruhendes, in sich geschlossenes Sein.
Zusammen erzählen die Arbeiten nicht von Auflösung oder Heilung, sondern von der Veränderung innerer Temperatur: vom Erleben eines Mangels hin zu einem Zustand des Dazwischen, in dem Warten zur Haltung wird.

Ich zeige den Schönen Turm (Erding) nicht als konkrete Stadtansicht, sondern als inneren Ort. Als ehemaliges Stadttor steht er für Übergang, Schutz und Öffnung – für das Dazwischen von Gehen und Bleiben. In der malerischen Auflösung löse ich den Turm aus seinem geografischen Kontext und verorte ihn emotional. Die kreisenden Bewegungen stehen für Zeit, Erinnerung und Erfahrung, die sich um einen festen Punkt lagern. Der Mensch ist nicht sichtbar, aber gegenwärtig in seinen Spuren. Das Bild ist meine Annäherung an einen Ort, der für mich, in meiner Kindheit, Heimat war, ein Zeitzeugnis und innerer Bezugspunkt zugleich ist.

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