Predestination

aus dem Zyklus „Geschichten – erlebte Wirklichkeiten“, 2006

Dieses Gemälde ist Teil meines Zyklus „Geschichten – erlebte Wirklichkeiten“ aus dem Jahr 2006.
Es beschäftigt sich mit der Frage, was unser Leben für uns bereithält – und ob dieses Leben von Beginn an festgelegt ist.

Ich gehe in diesem Bild von der Vorstellung aus, dass alles bereits im Moment der Zeugung angelegt ist: in der Eizelle ebenso wie im einzelnen Spermium. Das gesamte Leben, sein Verlauf, seine Brüche – bis hin zum Tod.

Gedanklich berührt das Bild den Begriff der Prädestination.
Prädestination (lateinisch praedestinatio) bedeutet Vorherbestimmung und ist ein theologisches Konzept, dem zufolge Gott von Anfang an das Schicksal der Menschen festgelegt hat.

Sinnbildlich verwende ich dafür das Hühnerei und die Krallen eines Huhns. Beide stehen stellvertretend für den Menschen. Die Krallen sind bewusst makaber gehalten, als irritierender Vergleich zur menschlichen Hand. Sie verweisen auf Verletzlichkeit, Determination und auf die rohe, ungeschönte Seite des Daseins.

Im Hintergrund schwingt die alte Frage mit: Was war zuerst da – das Ei oder das Huhn?
Eine Frage, die sich auch in religiösen Erzählungen findet. Im Alten Testament erscheint der erste Mensch einfach – ohne Herkunft, ohne Geburt. Erst später folgt Maria als Mutterfigur.

Ich behaupte damit nicht, dass Adam ein Huhn gewesen ist.
Aber ich stelle die Frage, wie viel Freiheit uns tatsächlich bleibt – wenn der Anfang vielleicht schon alles enthält.

Lust auf mehr