digital painting

Arbeitsbeschreibung – Bilderserie Das Café am Rande der Welt

Ausgangspunkt meiner Arbeit ist das Buch Das Café am Rande der Welt, das mich durch seine radikale Einfachheit tief berührt hat. Es stellt keine Antworten bereit, sondern Fragen – existenziell, klar, unausweichlich. Genau diese Haltung übersetze ich in eine Bildsprache.

Die dargestellte Figur erscheint frontal und verletzlich. Die leuchtenden, fast übersteigerten Farben, die Punktstrukturen und comicartigen Sprechblasen verweisen auf Popkultur und Oberflächlichkeit – doch darunter liegt eine existenzielle Spannung. Der Blick ist suchend, leicht irritiert, nicht gefällig. Die Figur scheint innezuhalten, als wäre sie – wie der Besucher im Buch – unerwartet in einem Zwischenraum gelandet: einem Ort der Konfrontation mit sich selbst.

Die Sprechblasen übernehmen im Bild die Funktion der Speisekarte aus dem Buch. Sie sind kein Dialog, sondern ein innerer Monolog. Gedanken, die plötzlich laut werden.

Im Zentrum stehen die drei Sätze, die auch im Buch den Wendepunkt markieren:

Warum bist du hier?
Diese Frage richtet sich nicht nur an die Figur im Bild, sondern unmittelbar an den Betrachter. Sie öffnet den Raum für Sinn, Entscheidung und Verantwortung.

Hast du Angst vor dem Tod?
Sie legt die Verletzlichkeit frei. Im Bild zeigt sich das durch die nackte, ungeschützte Darstellung und die intensive Farbigkeit – Leben in seiner ganzen Dringlichkeit.

Führst du ein erfülltes Leben?
Diese Frage bleibt unbeantwortet. Sie hängt im Raum, genau wie der Blick der Figur. Das Bild gibt keine Lösung vor, sondern lädt zur ehrlichen Selbstbefragung ein.

Meine Bilderserie versteht sich als visuelles Pendant zum Buch: nicht illustrativ, sondern interpretierend. Es geht mir nicht um das Erzählen der Geschichte, sondern um das Gefühl des Moments, in dem man innehält – und beginnt, sich selbst wirklich zuzuhören.

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