Einblicke in Martensens kreative Welt – Island 2010

Feuer und Eis – Eyjafjallajökull

Der Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010 war mehr als ein Naturereignis. Er war ein Moment kollektiver Irritation. Plötzlich stand Europa still. Der Himmel war leer, der Flugverkehr fast vollständig lahmgelegt, Grenzen existierten nicht mehr – weder geografisch noch emotional.

Diese Bilderserie entstand aus meiner unmittelbaren Auseinandersetzung mit diesem Ereignis. Mich faszinierte weniger die spektakuläre Explosion als vielmehr das Spannungsfeld dahinter: Feuer und Eis, Bewegung und Stillstand, Kontrolle und Ohnmacht. Island wurde zum Sinnbild einer Natur, die sich nicht erklären oder zähmen lässt, sondern einfach geschieht.

Während große Teile Europas überrascht und verunsichert reagierten, waren die Isländer vorbereitet. Ein Satz ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Ein Isländer sagte damals ruhig:
„Feuer und Eis – so ist das eben in Island.“

Diese Gelassenheit, dieses tiefe Einverständnis mit der Natur, hat mich nachhaltig beeindruckt. In meinen Bildern habe ich versucht, genau diesen Kontrast sichtbar zu machen: die rohe, dunkle Kraft der Asche, das flüchtige Leuchten der Energie, die Kälte und die Weite, aber auch die Akzeptanz gegenüber dem Unkontrollierbaren.

Die Serie ist keine dokumentarische Abbildung des Vulkans. Sie ist eine emotionale Landschaft. Eine Übersetzung dessen, was dieser Moment ausgelöst hat – in mir und in vielen von uns. Der Eyjafjallajökull wurde für mich zu einem Symbol: für die Fragilität unserer Systeme und für die stille Überlegenheit der Natur.

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