das Ende ist immer da

Dieses Gemälde ist Teil einer Werkphase, in der mehrere Bilder entstanden sind – der Richter, die Schwestern, die Figur im Zustand des Dazwischen, der Januskopf. Eine lose Serie, verbunden durch eine zentrale Frage: Wer bin ich? Woher komme ich?

Im vorliegenden Bild erscheint eine weibliche Figur. Warum weiblich, kann ich nicht erklären – und vielleicht ist genau das entscheidend. Sie steht nicht für ein Geschlecht, sondern für Verletzlichkeit. Für den Moment, in dem Angst die Gestalt übernimmt.

Die Figur wirkt verzweifelt, beinahe erstarrt. Eine Haltung des Rückzugs, des Sich-Verbergens. Es ist eine Angst vor dem Tod – obwohl der Tod immer da ist. Nicht als Bedrohung, sondern als Konstante. Gerade deshalb liegt das Leben im Hier und Jetzt.

Die liegende Kreatur scheint das nicht erkannt zu haben. Vielleicht ist es diese fehlende Erkenntnis, die zu ihrer schützenden, fast embryonalen Pose führt. Kein Widerstand, keine Bewegung nach außen – nur ein inneres Zusammenziehen.

Der Raum bleibt undefiniert, brüchig, fragmentiert. Körper und Umgebung lösen sich gegenseitig auf. Nichts ist sicher, nichts fest. Das Bild hält einen Zustand fest: den Moment, in dem die Angst größer ist als das Bewusstsein für das eigene Leben.

Lust auf mehr